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Die Bundesliga-Meisterschale: Gewicht, Wert und die Geschichte einer besonderen Trophäe
Elf Kilo. Das ist die kurze Antwort auf die Frage, wie schwer die Meisterschale ist. Die längere Antwort erzählt eine Geschichte von fast achtzig Jahren deutschem Fußball, von drei Umbauten in einer Silberwerkstatt und von einer Trophäe, die als einzige unter den großen europäischen Meistertrophäen kein Pokal ist, sondern eine Schale. Wenn ein Kapitän die Meisterschale nach dem letzten Spieltag über den Kopf hebt, sieht sie aus, als wäre sie leichter, als sie ist. Ist sie nicht. Zwei Hände sind die Regel, eine Hand ist Show. Dieser Ratgeber beantwortet die häufigsten Fragen rund um die Meisterschale: wie groß sie ist, woraus sie besteht, was sie wert ist, wann und warum sie mehrfach umgebaut wurde und was mit ihr in den Monaten zwischen zwei Saisons eigentlich passiert. Wie schwer ist die Meisterschale? Die aktuelle Meisterschale wiegt rund elf Kilogramm und misst 56 Zentimeter im Durchmesser. In der Vergangenheit war die Trophäe um einiges leichter, da mit der Zeit immer mehr Außenringe dazu gekommen sind und somit der Pokal auch an Gewicht zunahm. Über den größten Teil ihrer Geschichte wog die Schale rund achteinhalb Kilo. Erst nach dem Umbau 2026 überstieg sie zum ersten Mal die Elf-Kilo-Marke. Genauer: knapp über elf Kilo laut aktueller DFL-Angabe. Wer sie das erste Mal in der Hand hält, wundert sich meist, wie kompakt sie sich anfühlt und wie dicht das Gewicht sitzt. Tief ist die Meisterschale übrigens nicht. Vom Boden bis zum oberen Rand misst sie nur rund sechs Zentimeter. Ihre Form erinnert eher an ein feierliches Serviertablett als an eine klassische Fußballtrophäe, und das ist bereits 1949 so entworfen worden. Woraus besteht die Meisterschale? Die Meisterschale ist aus massivem Sterlingsilber gefertigt, gestempelt mit 925er Legierung. Die eigentliche Schale ist poliertes Silber, im inneren Ring sitzen 21 Turmalin-Cabochons mit einem Gesamtgewicht von rund 72 Karat. Die Steine sind in Gold gefasst auf dem inneren Silberring. Entworfen hat die Trophäe Elisabeth Treskow, eine Goldschmiedin und Bildhauerin, die Ende der 1940er Jahre an den Kölner Werkschulen arbeitete. Treskow war eine der renommiertesten Metallkünstlerinnen ihrer Zeit, und die Meisterschale ist mit Abstand ihr bekanntestes Werk. Man sieht, dass hier jemand am Werk war, die wusste, was sie tat: nichts wirkt überladen, jeder Stein mit Bedacht platziert. Auf der Rückseite der Meisterschale sind die Namen aller deutschen Meister eingraviert, Jahr für Jahr. Als der DFB die Trophäe 1949 in Auftrag gab, wurde bereits Platz für alle Meister seit 1903 geschaffen. Also für Meister aus einer Zeit, in der es die Bundesliga (Gründung 1963) noch lange nicht gab. Seither wird jeder neue deutsche Meister ergänzt. Wie viel ist die Meisterschale wert? Offiziell ist die Meisterschale unbezahlbar, was in erster Linie heißt: sie ist nicht zu verkaufen und wird nie auf einer Auktion auftauchen. Der Materialwert lässt sich trotzdem grob schätzen. Das reine Silber ist bei aktuellen Marktpreisen rund neuntausend Euro wert. Rechnet man die Goldfassung, die Turmalin-Cabochons und die handwerkliche Arbeit hinzu, liegt der versicherte Gesamtwert nach öffentlich zugänglichen Angaben bei etwa fünfzigtausend Euro. Diese Zahl steigt langsam mit den Silberpreisen und mit jeder Erweiterung der Schale. Anders gesagt: die Meisterschale ist weniger wert als ein Mittelklasse-Auto und mehr, als sich ein privater Sammler ernsthaft leisten würde. Ihr eigentlicher Wert liegt ohnehin nicht im Material, sondern in den Namen auf ihrer Rückseite. Warum eine Schale und kein Pokal? Die Meisterschale, wie wir sie heute kennen, entstand 1949, in einer Zeit, in der der deutsche Fußball ein Symbol brauchte, das seine unmittelbare Vergangenheit überleben konnte. Die alte Meistertrophäe, die Viktoria, war im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Über Jahrzehnte blieb ihr Verbleib ungeklärt. Erst viel später tauchte sie wieder auf. Statt eine Nachbildung der verschollenen Trophäe in Auftrag zu geben, entschied sich der DFB für einen Neuanfang. Der Auftrag ging an Elisabeth Treskow, und ihr Entwurf brach bewusst mit der Tradition hoher, aufragender Fußballpokale. Die Meisterschale wurde flach, breit und zurückhaltend gestaltet. Näher am zeremoniellen Tablett als an einer klassischen Sporttrophäe. Von Fans wurde sie schon bald spöttisch „Salatschüssel" getauft. Der Spitzname hat sich gehalten, und ehrlich gesagt trifft er ganz gut. Der erste Verein, dem sie überreicht wurde, war 1949 VfR Mannheim. Seither hat jeder deutsche Fußballmeister aus der Vor-Bundesliga-Zeit und aus der Bundesliga-Ära seinen Namen auf der Schale. Übrigens: für die 2. Bundesliga gibt es ebenfalls eine Meisterschale, in kleinerem Format, aber im gleichen Entwurfsgedanken. Die drei Erweiterungen: 1981, 2009 und 2026 Die Meisterschale ist ein wachsendes Objekt. Sie wurde in ihrer Geschichte dreimal erweitert, jedes Mal, weil den Graveuren der Platz für neue Meister ausging. 1981: Der erste Silberring Die erste Erweiterung kam 1981. Der DFB gab einen zusätzlichen Silberring in Auftrag, der um die ursprüngliche Schale gelegt wurde. Die neue Fläche schuf genug Gravurraum für die nächsten Jahrzehnte. Wichtig für alles, was danach kam: statt die Meisterschale zu ersetzen, wird sie seither immer nur ergänzt. 2009: Der zweite Ring Ende der 2000er Jahre wurde der Platz erneut knapp. 2009 wurde der Gold- und Silberschmiedemeister Adolf Kunesch damit beauftragt, einen zweiten Ring hinzuzufügen. Optisch fügte sich sein Ring so nahtlos in Treskows Originalentwurf ein, dass er dem Gesamteindruck nichts nahm. 2026: Der dritte Ring und der größte Umbau bisher Die jüngste Erweiterung erfolgte im April 2026, und sie war deutlich mehr als eine kleine Ergänzung. Der bestehende Außenring wurde durch einen größeren ersetzt. Der Durchmesser der Meisterschale wuchs damit auf 56 Zentimeter, das Gesamtgewicht auf über elf Kilogramm. Der neue Ring bringt zwei zusätzliche Gravurbahnen mit, sodass es jetzt insgesamt fünf sind. Das reicht ungefähr für die nächsten dreißig Jahre Meister. Umgesetzt wurde der Umbau von der Silbermanufaktur Koch & Bergfeld im Auftrag der DFL. Die neue Version der Meisterschale wurde am 15. April 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt und am 16. Mai 2026 dem amtierenden Meister FC Bayern München am letzten Spieltag der Saison 2025/26 überreicht. Ob die Vergrößerung der Trophäe optisch guttut, darüber wird man streiten können. Manche Sammler und Historiker sagen: die alte Proportion war klarer. Andere sagen: die neuen Bahnen fügen sich natürlich ein. Für die Fans zählt am Ende, wer sich in die nächste Bahn eintragen darf. Was passiert mit der Meisterschale nach der Saison? Sobald die Feierlichkeiten vorbei sind, bleibt die Meisterschale nicht beim Sieger. Innerhalb weniger Wochen nach dem letzten Spieltag geht sie zurück an die DFL, wird professionell gereinigt und für die kommende Saison vorbereitet. Zwischen zwei Saisons verbringt die Trophäe den größten Teil ihrer Zeit ist sie sicher verwahrt. Gelegentlich wird sie für Ausstellungen ausgeliehen (am häufigsten an das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund) und im Frühjahr in das Stadion des voraussichtlichen Meisters transportiert. Die Vereine behalten sie nicht. Was sie zum Behalten bekommen, ist im Bedarfsfall eine Erinnerungsreplik. Genau deshalb ist die Meisterschale nach fast achtzig Jahren noch in so gutem Zustand. Sie wird selten angefasst, intensiv gefeiert und professionell gepflegt. Offiziell lizenzierte Meisterschale-Repliken Da das Original niemals die Obhut der DFL verlässt, ist die einzige Möglichkeit für Sammler und Fans, eine Meisterschale zu besitzen, eine offiziell lizenzierte Replik. Dies sind maßstabsgetreue Nachbildungen des Originalentwurfs, die unter DFL-Lizenz gefertigt und Jahr für Jahr mit der Meistergravur der aktuellen Saison aktualisiert werden, genau wie das Original. Wir bei Am Ball produzieren diese Repliken in zwei Größen und zwei Präsentationsformaten, jeweils offiziell lizenziert und mit der Meistergravur 2026 (FC Bayern München): Die Meisterschale-Replika 70 mm ist ein kompaktes Miniaturformat, passend für den Schreibtisch oder ein kleineres Regal. Die Meisterschale-Replika 150 mm ist eine Vitrinen-Version mit deutlich mehr Präsenz, gedacht für eine Sammlervitrine oder ein Repräsentationsregal. Beide sind zusätzlich in einem Acryl-Rahmen erhältlich, in 150 mm und 70 mm, für Sammler, die die Trophäe geschützt und trotzdem gut sichtbar präsentieren wollen. Jedes Stück wird unter offizieller DFL-Lizenz gefertigt und mit dem aktuellen Meister graviert. Wer die Bundesliga Saison für Saison mitverfolgt, hat mit einer aktualisierten Meisterschale-Replika eine der wenigen Möglichkeiten, ein Stück dieser Geschichte konkret zu Hause zu behalten. Wer sich für weitere Trophäen des deutschen und internationalen Fußballs interessiert, findet bei uns auch unsere DFB-Pokal-Repliken, oder auch unsere Bundesliga Kollektion und die offiziell lizenzierten UEFA-Trophäen.
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